Berichte

Regensburger Bischof segnet Betreutes Wohnen in Regenstauf

29.11.2010

„Kennst Du den Nikolaus?“, fragte der mit Stab und Mitra ausgestattete Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller den Dreikäsehoch. Dieser kam an der Hand seines Opas gerade an der neuen Mietwohnanlage des Katholischen Wohnungsbau- und Siedlungswerks der Diözese Regensburg (KWS) in Regenstauf vorbei, als der Regensburger Oberhirte den Neubau am 26. November 2010 im Rahmen eines Dekanatsbesuches segnete. Des Bischofs Versicherung, der bei Kindern überaus beliebte Geschenkebringer und er seien Kollegen, vermochte den Kleinen nicht beruhigen. Er zerrte wild, als er auf der Stirn bekreuzigt werden sollte. Was hätten andere darum gegeben …

Bischof Dr. Müller hatte sich trotz straffen Programms die Zeit genommen, wenn es die Mieter/innen wünsch-ten, jede der 20 Wohnungen einzeln aufzusuchen und um den Beistand des Herrn zu bitten. Für vielerlei Schicksale hatte er ein offenes Ohr. Er spendete einem Witwer Trost, dessen Frau kurz vor dem Einzug ins künftige Zuhause verstorben war. Respekt zollte er einer Seniorin für ihre kunstvolle Einrichtung, wobei sich herausstellte, dass ihr Mann sämtliche Bilder selbst gemalt hatte. Eine andere beglückwünschte er freudig, als sie berichtete, ihr Sohn sei Priester.

Und schließlich pflegte Bischof Dr. Müller auch einen regen Meinungsaustausch mit Lokalpolitikern sowie Vertretern der Wohnungswirtschaft und der Caritas am Kaffeetisch im Hermann-Grötsch-Haus. Das nach einem früheren Diözesan-Caritasdirektor benannte Altenpflegeheim ist auch Anlaufstelle für die Bewohner des benachbarten KWS-Gebäudes. Die Caritas hatte dem Wohnungsunternehmen den erforderlichen Grund und Boden veräußert, so dass hier in rund 15 Monaten insgesamt 20 3- und 2-Zimmer-Wohnungen (je 50 – 70 m²) für Betreutes Wohnen errichtet werden konnten. Erforderliche ambulante Dienste und/oder hauswirtschaftliche Hilfe leistet die örtliche Caritas-Sozialstation.

In einem Wortgottesdienst sprach Bischof Dr. Müller von einem „menschenwürdigen Altsein“, das beim Betreuten Wohnen gewährleistet werde. Caritas und KWS würden hier keinen Auftrag des Staates, sondern einen Auftrag Jesu Christi erfüllen. Hier komme es zu Begegnungen von Mensch zu Mensch und zu Begegnungen mit Gott. Das Leben stehe im Lichtkegel Gottes. Und als Christ brauche man auch keine Angst vor dem Sterben zu haben; sein Horizont gehe über die endliche Welt hinaus.

Der Ehrengast endete mit der Bitte, der Segen Gottes möge ruhen auf der neuen Einrichtung, ihren Bewohner(inne)n und denjenigen, die sich für sie einsetzen. Caritasdirektor und KWS-Aufsichtsrat Monsignore Bernhard Piendl äußerte die Hoffnung, dass schnell eine gute Gemeinschaft wachse.

Siegfried Böhringer, 1. Bürgermeister des Marktes Regenstauf, gab bekannt, dass die über 65-Jährigen in der Gemeinde einen Anteil von fast 20 % der Bevölkerung hätten. Die heutigen Senioren wollten selbst über ihren Tag bestimmen, unabhängig sein und gegebenenfalls Unterstützung erhalten. Die gestiegene Lebenserwartung bedeute einen erhöhten Bedarf an Pflege. Die „Aufbaugeneration“ der Nachkriegszeit habe sich das verdient.

Ludwig Gareis, Geschäftsführer des KWS Regensburg, dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz. Besonders hob er hervor, dass der Aufsichtsrat schon vor Jahren die richtungsweisende Entscheidung getroffen habe, das Betreute Wohnen beim KWS deutlich auszuweiten. Zumindest die soziale Rendite solcher Objekte sei hoch. In die Maßnahme in Regenstauf habe das Unternehmen 2,6 Mio. € investiert.

Fotos: bs