Berichte

Wiedereröffnete Basilika vermittelt ein neues Raumgefühl und gibt den Blick auf einzigartige Kunstwerke frei

12.02.2014

Zwei Jahre und zwei Monaten war die Basilika „St. Jakob“ in Straubing wegen ihrer aufwändigen Renovierung für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Jetzt erstrahlt die Kirche nach ihrer Wiedereröffnung in neuem Glanz. Das Katholische Wohnungsbau- und Siedlungswerk der Diözese Regensburg (KWS) hatte das Großprojekt gesteuert, war bzw. ist mit der wirtschaftlichen Baubetreuung beauftragt.

Den ersten Gottesdienst nach langer Schließung des prächtigen Bauwerks hielt Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer. Nicht nur er, sondern auch alle anderen Gäste zeigten sich begeistert. Stadtpfarrer Jakob Hofmann dankte für das Kommen am dritten Adventssonntag, der den liturgischen Namen trägt: „Gaudete – freuet euch!“ Der ideale Tag für dieses Fest.

In enger Zusammenarbeit mit dem Landshuter Architekturbüro Nadler & Sperg schaffte das KWS, den veranschlagten Kostenrahmen von 6,4 Mio. € einzuhalten. Da die Aufträge selten so groß und umfangreich ausfielen, sei die Renovierung der Basilika St. Jakob der bisherige Glanzpunkt in seinem Leben, stellte Architekt Michael Nadler fest. Weiter erklärte er, den Charakter des Gotteshauses zu bewahren, habe er als seine vornehmste Aufgabe betrachtet. Der Ruß der Kerzen habe in den drei Schiffen der Kirche seine Spuren hinterlassen. Ein neuer Anstrich – Weiß für die Wände und ein leichter Ockerton für die Säulen – vermittle den Eindruck, dass die Basilika höher geworden sei. Die Fresken an den Wänden der Seitenschiffe würden durch eine LED-Beleuchtung ins rechte Licht gerückt. Die moderne Technik bildet laut Nadler keinen Widerspruch zum geschichtsträchtigen Bau. Die von den Ablagerungen befreiten Gemälde würde viele bislang verborgene Details freigeben.

„Ich komme aus dem Schauen und Staunen gar nicht raus“, gestand Bischof Dr. Voderholzer. Er lobte die geleistete Arbeit und dankte allen Beteiligten. „St. Jakob“ möge Gläubige und sonstige Interessierte anziehen. (Nebenbei bemerkt: Die Kirchenbesucher werden es jetzt warm haben, denn auch eine neue Heizung wurde installiert.)

Während der Renovierung stieß man auf Spuren anderer Handwerker, die in den vergangenen 500 Jahren in der Basilika tätig waren. Architekt Nadler berichtete, dass Veränderungen des Originalzustands, die aus heutiger Sicht nicht als geglückt gelten, wieder beseitigt wurden, zum Beispiel die integrierten Abflussrinnen für Kondenswasser entlang der wertvollen Glasfenster. Aber natürlich habe auch unsere Generation in irgendeiner Form ihren unverkennbaren Fingerabdruck hinterlassen in dem gotischen Bau mit teils barocker Ausstattung.

Abschließend sollen in diesem Jahr noch die Seitenaltäre restauriert werden. Daher wird das Gotteshaus voraussichtlich bis 2015 meistens nur vom hinteren Eingang unter dem Glockenturm zu begehen sein. Pfarrer Hofmann findet, dass, wenn man die Basilika hinten betritt, deren Architektur am eindrucksvollsten zur Geltung kommt.

In einem Festgottesdienst eröffnete Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am 15. Dezember 2013 die neu renovierte Basilika. Zu Beginn segnete der Bischof den neuen Ambo, der in einem Wettbewerb ausgeschrieben und von der Kunstkommission der Diözese ausgewählt worden war. In seiner Predigt sagte der Bischof, dass die imposante Stiftskirche auch ein Zeichen für den Wohlstand der Menschen vergangener Jahrhunderte sei. Die gleichen Leute hätten aber auch gewusst, dass der Mensch nicht von materiellen Dingen allein lebe, sondern nach einem Glauben suche, der sein Herz erfülle. In der Kirche könne man zur inneren Ruhe und Besinnung kommen.

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