Berichte

Pflegereggae jetzt auch als Videoclip dank der Unterstützung durch das Katholische Wohnungsbau- und Siedlungswerk

11.11.2013

Der Pflegereggae ist ein echter Ohrwurm. Der Caritasverband für die Diözese Regensburg, namentlich der für die Altenhilfe zuständige Dr. Robert Seitz, hatte das Lied mit dem Titel „Mensch bleib in der Pflege“ schon vor drei Jahren arrangiert, um Solidarität und Begeisterung für Pflegeberufe zu wecken. Jetzt gibt es davon sogar ein Musikvideo. Mit finanzieller Unterstützung des KWS Regensburg konnte dieses Vorhaben am heimischen Donaustrand umgesetzt werden.

Im bayerischen Sozialministerium ist man voll des Lobes für die Regensburger Initiative. Nachdem das knapp fünfminütige Musikvideo auf YouTube im Internet eingestellt wurde (http://www.youtube.com/watch?v=kYMtGULl_9s), erreichte es innerhalb weniger Tage schon eine vierstellige Klickzahl. Akteure des generationsübergreifenden Projektes waren prominente Regensburger Musiker, die „Schulfreunde Müller“, ein Altenheimchor, musikbegeisterte Caritas-Mitarbeiter, Bewohner einiger Caritas-Alten- und Pflegeheime und Auszubildende aus der Caritas-Pflegeschule in Landshut. Regie führte die Berlinerin Ruth Stolzewski.

Ein Lächeln als Dank und Antrieb

Auf einer „Release-Party“ Ende Oktober im Regensburger Pfarrheim St. Wolfgang wurde der Film erstmals öffentlich gezeigt. „Wir freuen uns, den Pflege-Reggae nun auch sehen zu können, um damit auch den wichtigen Beruf des Altenpflegers in Erinnerung zu rufen“, so Robert Seitz.

Beinahe wäre der Dreh bereits am ersten Tag gescheitert. Das Ordnungsamt stand plötzlich vor der Tür der Strandbar, um zu sehen, wer da um 9:00 Uhr morgens schon so laut eine Party feiert. Mit einem Schmunzeln einigten sich beide Seiten, etwas leiser zu machen. „Wir wollen mit diesem Musikvideo die Lebensfreude der uns anvertrauten alten Menschen in unseren Häusern zeigen“, erklärt Seitz. Er selber ist überzeugt, dass dies nichts Aufgesetztes ist. Die älteren Menschen sind seiner Meinung nach viel besser drauf, als man glaubt. Genau das ist es auch, was die meisten Azubis in der Pflege antreibt. „Man bekommt so viel zurück, ein Lächeln, viel Dankbarkeit. Wir lernen gegenseitig voneinander. Die Arbeit ist richtig spannend, weil jeder Tag anders wird“, sagt eine Auszubildende. „Der Pflegeberuf ist ein wichtiger Beruf mit Zukunft, bei dem man auch Spaß haben kann“, ergänzt Yamile.

Kolumbianerin am Donaustrand

Yamilé war Grundschul- und Tanzlehrerin in ihrer Heimat Kolumbien, bevor sie 2006 nach Deutschland kam. „Ich wollte auch hier mit Menschen arbeiten und natürlich anfangs in meinem Beruf bleiben und Kinder unterrichten“, gibt Yamilé zu. Das war aber nicht möglich. So entschied sie sich für die Altenpflege: „Alte Menschen brauchen wie Kinder auch unsere Hilfe, Unterstützung, Anleitung und vor allem viel Zuwendung“, so Yamilé. Seit März arbeitet die begeisterte Zumbatänzerin im Friedheim und fühlt sich im Haus total angenommen. Zum Pflegereggae kam die Kolumbianerin ganz zufällig. Ihre Begeisterung für Tanzen und Musik hat sich bis zum Caritasverband rumgesprochen. Da war es naheliegend, dass sie am Videodreh als Tänzerin und Choreographin teilnehmen sollte. „Ich war sofort dabei. Beim Dreh freuten sich die Senioren besonders über meine Sitz-Choreographie. Sie ist bestens für die Bewohner im Rollstuhl geeignet“, glaubt Yamilé. Nach den anstrengenden zwei Drehtagen mit stundenlangem Tanzen und Singen genossen die Schauspieler in der Lounge sichtlich den Feierabend. Bevor es wieder zurück in die Einrichtung ging, ließen jung und alt gemeinsam in den Strandkörben den Tag bei Cocktails und karibischer Musik ausklingen. Die Blumenketten tragen sie immer noch.

Beruf mit Zukunft

Bis 2030 werden in Deutschland mindestens eine halbe Millionen zusätzliche Pflegekräfte gebraucht. Aktuell arbeiten 890.000 Menschen in der Pflege, bis 2030 wird diese Zahl – allein aufgrund des demographischen Wandels – auf etwa 780.000 sinken. Währenddessen wird allerdings die Anzahl der Pflegebedürftigen von 2,4 auf 3,4 Millionen steigen. Unter dem Dach der Caritas gibt es in der Diözese Regensburg derzeit 60 ambulante Pflegedienste, 52 Alten- und Pflegeheime sowie fast 50 weitere Einrichtungen der offenen Altenhilfe. Mehr als 4.000 Mitarbeiterinnern und Mitarbeiter in Pflege, Hauswirtschaft und Verwaltung kümmern sich jährlich um 16.000 Pflegebedürftige.

Mehr über den Pflegereggae:
http://www.altenhilfe-caritas.de/75236.html
http://www.altenhilfe-caritas.de/89322.html 
http://www.stmas.bayern.de/generationen/projekte/ergebnis.php?id=4619
http://www.bayern-ist-ganz-ohr.de/imperia/md/content/stmas/bayernistganzohr/projektreport_pflege-reggae.pdf 
http://www.caritas-regensburg.de/395.asp?id=29066&page=1&area=dicvreg