Berichte

Höchste KAB-Auszeichnung für KWS-Aufsichtsrat Dr. Batz

07.10.2012

Das jüngste Mitglied im Aufsichtsrat des Katholischen Wohnungsbau- und Siedlungswerks der Diözese Regensburg (KWS) hat außergewöhnliche Ehren erlangt. Monsignore Dr. Roland Batz wurde Ende 2011 Direktor des Regensburger Diözesan-Caritasverbandes und somit Gesellschaftervertreter beim KWS. Zuvor war er 16 Jahre lang Sozialpfarrer und Präses der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) im Bistum Regensburg. Schon als Kaplan und Doktorand war ihm die Aufgabe anvertraut worden. Sein Nachfolger in diesem Amt, Monsignore Thomas Schmid, würdigte nun Dr. Batz als „engagierten Kämpfer für Menschlichkeit“.

Monsignore Dr. Roland Batz Der von den Nationalsozialisten geschundene Marcel Callo sei ihm Vorbild an Glaubensstärke und geistiger Wegbegleiter. Die Medaille in Erinnerung an den französischen Glaubenszeugen, der im oberpfälzer Mauthausen kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs zu Tode kam, machte der KAB-Diözesanverband zu seiner höchsten Auszeichnung. Diese verlieh er an Dr. Batz am 25. Jahrestag der Seligsprechung Callos am 6. Oktober 2012. Die KAB und ihre Nachwuchsorganisation, die Christliche Arbeiterjugend (CAJ) feierten zunächst mit Weihbischof Reinhard Pappenberger einen Gedenkgottesdienst in der KZ-Kapelle „Jesus im Kerker" in Flossenbürg und luden anschließend zur Ehrung in „D' Wirtschaft" nach Altenstadt ein. Der Weihbischof rief die Mitglieder der KAB und der CAJ auf: „Seit hellhörig für das, was in dieser Zeit geschieht, und eilfertig, wenn es darum geht, Menschen Hilfe zu geben." Callo zeige uns den „Weg der Hoffnung".

Marcel Callo wurde am 6. Dezember 1921 in Rennes in der Bretagne geboren. Er wuchs in einer tiefreligiösen, kinderreichen Familie auf, wurde Pfadfinder, absolvierte eine Lehre als Drucker und trat mit 13 Jahren der CAJ bei. Er leitete den Jugendverband in seiner Pfarrei und später auch im gesamten Bezirk. Während der deutschen Besatzung seines Heimatlandes meldete sich Callo zur Bahnhofsmission und half vielen, in den unbesetzten Teil Frankreichs zu gelangen. Ab März 1943 wurde er zur Zwangsarbeit in Deutschland herangezogen. „Ich fahre als Missionar", sagte er. Die Möglichkeit zu flüchten, wollte er nicht nutzen. Vom März 1943 bis April 1944 war er in einer Waffenfabrik in Zella-Mehlis in Thüringen eingesetzt. Er sammelte deportierte Landsleute zum Gottesdienst um sich; er wurde für sie Krankenpfleger, Chorleiter und Verkünder des Wortes Gottes. Schließlich verhaftete ihn die Gestapo. Er kam ins Gefängnis nach Gotha. Im September 1944 wurde er verurteilt zur Internierung in einem Konzentrationslager. Im Oktober 1944 wurde er erst nach Flossenbürg, dann nach Mauthausen gebracht. In den Nebenlagern Gusen I und Gusen II musste er in einer unterirdischen Flugzeugfabrik arbeiten. Ende 1944 erkrankte er, im Januar 1945 wurde er aufs Krankenrevier verlegt, wo er am 19. März 1945 starb.